# FRAMEWORK RADIO # 419

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this edition of framework:afield, entitled dirty tracks, has been produced in germany by stefan paulus. stefan writes about the process of piecing this work together from his psychogeographic drifts:

// this show is dedicated to the unknown musicians I have recorded over the past years during what guy debord describes as ‘dérives’ or ‘psychogeographic drifts’: the experimental exploration of the environment through coincidence and other methods to disturb your normal behavior or motivations as a pedestrian or car driver. drifting is the search for an ecstatic moment or ‘ecstatic truth’, like werner herzog says. if I get on a track – I try to document what I find //

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// sometimes I had to borrow a cellphone, or I used a crappy digital cam to record // that’s why this show isn´t a high-end surround sound field report // this radio show is about these ecstatic moments // for example: I followed people to a bar in hungary … and some solo entertainer is playing … people drink beer and dance // I walked through a block party and ended up in a street riot … people dance to reggae music and you hear bottles shattering on police cars // you will hear music from some gatherings, a powwow, indonesian rituals, music from a record shop in turkey, from hippy parties or bonfire music in the mid-west //

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// some of these records are done before GPS was in every technical instrument … that´s why this show isn´t a sound-mapping cartography // most of the time I don’t even know what the people are singing about and I don´t know the names of the bands – if they even have names // sometimes I can’t locate the places anymore, because the goal of psychogeography is to get lost, and to create an altering reality //

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###Geometry Of Power### part 2

„The worker does not produce himself; he produces an independent power. The success of this production, its abundance, returns to the producer as an abundance of dispossession. All the time and space of his world become foreign to him with the accumulation of his alienated products. The spectacle is the map of this new world, a map which exactly covers its territory. The very powers which escaped us show themselves to us in all their force.“(Guy Debord)

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„Der Arbeiter produziert nicht sich selbst, sondern eine unabhängige Macht. Der Erfolg dieser Produktion, ihr Überfluss, kehrt zum Produzenten als Überfluss der Enteignung zurück. Die ganze Zeit und der ganze Raum seiner Welt werden ihm bei der Akkumulation seiner entfremdeten Produkte fremd. Das Spektakel ist die Landkarte dieser neuen Welt, eine Landkarte, die genau ihr Territorium deckt. Eben die Kräfte, die uns entgangen sind, zeigen sich uns in ihrer ganzen Macht.“ (Guy Debord)

Die Heterotopie der Doppelbelichtung

Der Text „Die Heterotopie der Doppelbelichtung“, wurde zuerst im Online-Fotomagazin kwerfeldein veröffentlicht. Der Artikel hatte eine Kontroverse um guten vs. schlechten Geschmack, Zufall und Willkür, Sinnhaftigkeit oder Sinnlosigkeit von „Kunst“ etc. provoziert. Hier nochmal zum nachlesen:

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Der Mensch irrt umher. „Er rennt und rast, taumelt und tanzt durch Gänge, Tunnels, Keller, Höhlen, Kreuzwege, Abgründe, Blitze und Donner“. Er sucht „nicht nur eine andere Art die Welt zu betrachten, sondern auch eine andere Art mich ihr gegenüber zu situieren“ schreibt Michel Foucault in „Der Ariadnefaden ist gerissen“. Dabei stellt sich die Frage wie der Raum, die Welt, in der ich mich bewege, erkannt und rekonstruiert werden kann.

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Foucaults Begriff der Heterotopie ist eine Möglichkeit, die Welt in der wir leben, die Räume, in denen wir uns bewegen, zu verstehen. Heterotopie bedeutet so viel wie „der andere (hetero) Ort (topos)“.

Foucault definiert Heterotopien als „wirksame Orte, die in die Einrichtung der Gesellschaft hineingezeichnet sind, sozusagen Gegenplatzierungen oder Widerlager, tatsächlich realisierte Utopien, in denen die wirklichen Plätze innerhalb der Kultur gleichzeitig repräsentiert, bestritten und gewendet sind, gewissermaßen Orte außerhalb aller Orte, wiewohl sie tatsächlich geortet werden können“.

Das bedeutet einerseits, dass Heterotopien nicht als reale Orte existieren bzw. dass Heterotopien Orte sind, die sich nicht an ihren üblichen Plätzen befinden. Dieser Ort oder Raum kann unwirklich sein, zu einer anderen Zeit existieren, eine Täuschung des Realen sein.

Anderseits können sie aber auch Wunschvorstellungen sein oder einen Raum darstellen, der körperlich nicht zugängig ist, weil er andere Koordinaten und Dimensionen besitzt.

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Für Foucault bringt uns die Betrachtung von Heterotopien zu den Idealbildern einer Gesellschaft, sie zeigt uns die ordnungssystematischen Bedeutungen des Raumes, der Kultur bzw. der Einschließungsmilieus auf.

Zum Beispiel stellt für Foucault das Schiff eine typische Heterotopie dar. Die Idealisierung dieses Ortes ermöglichte ihm eine Analogie der Art und Weise zu beschreiben wie wir regiert und diszipliniert werden bzw. wie wir uns selbst regieren und disziplinieren.

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Denn „der Raum, in dem wir leben, durch den wir aus uns herausgezogen werden, in dem sich die Erosion unseres Lebens, unserer Zeit und unserer Geschichte abspielt, dieser Raum, der uns zernagt und auswäscht, ist selber auch ein heterogener Raum“, schreibt Foucault.

In der symbolischen Ordnung der Räume, in denen wir uns bewegen oder die wir betrachten, drückt sich ein Ensemble von Gegensatzpaaren wie breit/schmal, groß/klein, weit/nah, Ich/Du etc. als Wahrnehmungskategorien aus.

Durch die eigene Wahrnehmung, entweder hier oder dort zu sein, entstehen Ausschlussmechanismen und identitäre Selbstplatzierungen. Das heißt, durch die Selbstbetrachtung, durch die Spiegelung des eigenen Standpunktes verfestigen sich Differenzen. Man bewegt sich in Relation zum anderen, die Wahrnehmung funktioniert nach einer bestimmten vorgegebenen Ordnungssystematik.

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Die Doppelbelichtung, die Superposition ist ein Werkzeug zur Darstellung einer Wunschvorstellung, einer Illusion, eines Ordnungs- und Disziplinierungssystems bzw. einer Heterotopie. Sie ermöglicht die Rekonstruktion des Raumes in dem wir uns bewegen, tanzen oder taumeln.

Sie durchbricht die selbstverständlichen Wahrnehmungsmuster, verunsichert unseren Blick und bringt unser Urteil über „die Realität“ durcheinander. Sie erschafft eine andere Wirklichkeit, indem eine Täuschung des Realen simuliert wird und dadurch das Reale gleichzeitig noch irrealer erscheint.

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Sie verbindet Mikro- und Makrokosmos, Vergangenheit und Gegenwart, Mensch und Maschine, Stadt und Land und löst dabei die binäre Logik auf. Die Relativität von allem wird belichtet.

Je nach der technischen Gebrauchsweise kann eine Doppelbelichtung zufällig entstehen. Das heißt, durch eine Verschiebung des Raum-Zeit-Kontinuums zwischen erstem und zweitem Bild bezieht die Doppelbelichtung den Zufall, die Ungleichzeitigkeit, die Nicht-Simultanität, den Moment der Begegnung mit ein.

Wobei auch jede Begegnung auch nicht hätte „stattfinden können, auch wenn sie stattgefunden hat. Ihr mögliches Nichts erhellt die Bedeutung ihres zufälligen Wesens.

Und jede Begegnung ist zufällig in ihren Effekten, insofern nichts in den Elementen der Begegnung, vor der Begegnung selbst, die Konturen und Bestimmungen des Wesens abzeichnet, das daraus hervorgehen wird“, schreibt Louis Althusser.

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Durch die Belichtung der Relativität, die Darstellung des Zufalls, die nichtlineare Sichtweise, durch die Superposition der Doppelbelichtung treten Vielheiten auf, die untereinander kommunizieren und sich miteinander verdinglichen. Räume können sich überlagern. Das eine Bild kann in das andere, in die Differenz wechseln, sich vermitteln.

Es entstehen Schichten und jede geschichtete Ebene der Doppelbelichtung ist von unterschiedlichen und vielfältigen Punkten aus verbunden. Die Elemente des Bildes bekommen keine eindeutige Bedeutung, keine festen Rollen und keinen festen Sinn mehr.

Straßen, Wohnhäuser, Fabriken, Alltagssituationen erlangen so eine andere Realität. Ihre alltägliche Funktion und Ordnung wird außer Kraft gesetzt.

Die Doppelbelichtung ermöglicht uns als BetrachterInnen, die vorhersehbaren Pfade in den realen Orten zu verlassen und die Illusionen des Realen zu spiegeln. Durch eine experimentelle Aneignung der „Realität“ können weitere Wahrnehmungskategorien der Befindlichkeit angelegt werden, welche die eigene Wirklichkeit zerlegen, entwerten, entäußern.

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Die Doppelbelichtung ermöglicht es uns zu überlegen, wie die eigene Stellung zum inneren und zum äußeren Raum verläuft. Heterotopes Denken bzw. eine sozialkritische Gebrauchsweise der Fotografie macht Gegenorte sichtbar. Sie schafft alternative Orte im Alltagsverstand, weil sich dem Alltagsverstand die Bedeutung des Alltäglichen, des „Normalen“ oftmals verstellt.

Literatur:
Althusser, Louis 2010: Materialismus der Begegnung, Zürich-Berlin
Collmer, Thomas 2009: Cut-Up und Dialektik, Wenzendorf
Foucault, Michel 1990: Andere Räume/Der Ariadnefaden ist gerissen. In: Aisthesis. Wahrnehmung heute oder Perspektiven einer anderen Ästhetik, Leipzig

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Kommentar:

Wer nicht genau weiß, wie Doppelbelichtungen entstehen, kann gerne in diesem http://kwerfeldein.de/2011/10/17/doppelbelichtungen-mit-konzept/ auf kwerfeldein erschienenen Artikel mehr über die Technik und die Machart der Doppelbelichtung erfahren und sich entscheiden, wie zufällig bzw. willkürlich eine Doppelbelichtung ist oder nicht.

Die Frage ob Systeme, Gesellschaften, Gedanken ihre Entwicklung und Verknüpfung oder Begegnungen zufällig sind oder einer Kausalität, einem Gesetz unterliegen, ist – in Natur- und Geisteswissenschaften, durch z.B. Experimente und deren Interpretation – eine oftmals gestellte und umstrittene Frage (z.B. dialektischer Materialismus vs. aleatorischer Materialismus), die sich nur relativ beantworten lässt. Die Relativität erkenntnistheoretischer Annahmen ist auch ein Ausgangspunkt dieses Textes und bezieht sich implizit auf die Diskurstheorie von Foucault, die davon ausgeht, dass absolute Wahrheiten (wie „Mein Geschmack ist der Richtige“, „Was du sagst ist nicht richtig“ etc. ) gewissermaßen ideologisch sind, nur durch die selektive Verwendung von Wissen zustande kommen, dadurch gesellschaftliche Ausschließungsmechanismen (sich lustig machen, abwerten, diffamieren etc.) produzieren und letztlich Macht/Wissen Hierarchien etablieren.

W.S. Burroughs hat die Thematik auf den Punkt gebracht:

W.S.B.: „[…] Das Wort ist natürlich eines der mächtigsten Kontrollinstrumente, wie sich das die Zeitungen zunutze machen – und dasselbe gilt für Bilder; die beiden Dinge gehören zusammen, […]. Wenn man sie nun zerschneidet und neu anordnet, zerstört man das Kontrollsystem.[…]“

D.O.: „Ist die Fähigkeit zu ‚zu sehen, was vor uns liegt‘, eine Möglichkeit, dem Bildergefängnis, das uns umgibt zu entkommen?“

W.S.B.: „Ganz sicher, ja. […] schon allein wegen des absoluten Sperrfeuers von Bildern dem wir ausgesetzt sind, so dass wir abgestumpft werden; […] Wenn man aber mit Bildern absolut bombardiert wird, mit Bildern von vorbeifahrenden Lastwagen, Autos und Fernsehen und Zeitungen, dann wird man abgestumpft, man hat bald einen ständigen Schleier vor Augen und sieht nichts mehr. […] [Die Montage von Bildern führt dazu], die Kontrollinstrumente zu brechen, und das sind Wort und Bild, und sie bis zu einem gewissen Grad zu vernichten.“

Aus: Der Job. Interviews mit W.S. Burroughs von Daniel Odier, 1973, Köln, S. 17ff

Wer an einer inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem Thema Nichtlinearität interessiert ist, dem sei zum Abschluss noch das von Thomas Wulffen herausgegebene Heft „Der Gerissene Faden“ des Kunstforums International empfohlen. Darin findet eine Auseinandersetzung mit nichtlinearen Techniken in der Kunst statt. Künsterler_innen und Autor_innen unternehmen dabei in Auseinandersetzung mit dem Begriff der „Nichtlinearität“ den Versuch Vielheiten von Kunstformen, Denk- bzw. Sichtweisen und verschiedene Paradigmen und Konzepte nichtlinearer Wissenschaften darzustellen.

STEFAN PAULUS – SALT SEA ISLAND [2013]

New release on TREETRUNK :: Stefan Paulus – Salt Sea Island [treetrunk 263] :

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„‚SALT SEA ISLAND‘– is a sound cartography collected through field recordings across the world. these records are done during what guy debord describes as ‚dérive‘ or ‚psychogeography drifts‘: the experimental exploration of the environment, the mindful or transient passage through urban or country areas. This method can also be used to map the inner space – to create different thematic maps of reality. For these records I dislocated myself, followed animal trails deep into german woods, crossed the alpine valley of ötztal, recorded on mountain peaks, atlantic and pacific islands and sea ports. I connected with unknown persons. I jumped into the next subway, the nearest bus and got somewhere out. the sounds are compiled with what william s. burroughs describes as ‚cut-up and fold-in‘: a method for ‚altering reality‘ – and that is what it´s all about, a journey into altering realities.“

More information @ TREETRUNK and free download @ ARCHIVE.ORG
Check out their other stuff. Thanx to treetrunk to make this record happen.

###Geometry Of Power### part 1

„Economic imperatives seek to impose on the whole of human activity the standardised measuring system of the market. Very large quantities take the place of the qualitative, but even quantity is rationed and economised. Myth is based on quality, ideology on quantity. Ideological saturation is an atomisation into small contradictory quantities which can no more avoid destroying one another than they can avoid being smashed by the qualitative negativity of popular refusal. The quantitative and the linear are indissociable. A linear, measured time and a linear, measured life are the definitions of survival, or living on: a succession of inter-changeable instants. These lines are part of the confused geometry of power.” (Raoul Vaneigem)

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„Die wirtschaftlichen Gebote wollen die Waren zum geeichten Maßstab allen menschlichen Verhaltens machen. Die sehr große Quantität soll an die Stelle der Qualität treten, aber selbst die Quantität ist rationiert. Der Mythos gründet sich auf die Qualität, die Ideologie auf die Quantität. Die ideologische Sättigung wird durch eine Zerstückelung in kleine, einander widersprechende Quantitäten erreicht, die sich unvermeidlich selbst zerstören und von der qualitativen Negativität der volkstümlichen Verweigerung zerstört werden. ‚Quantitativ‘ und ‚linear‘ gehören zusammen. Linienförmigkeit und Meßbarkeit von Zeit und Leben definieren das Überleben; eine Folge von auswechselbaren Augenblicken. Diese Linien gehören zur konfusen Geometrie der Macht.“ (Raoul Vaneigem)

framework:seasonal ::: spring 2013 released!

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„the framework:seasonal series of fund-raising audio releases continues with issue #4, another superb compilation of previously unreleased sounds by artists working int he field recording community. this selection features new names as well as several you’ve certainly heard before, all of whom are new to framework editions’ release series. flavien gillié, france jobin, francisco lopez, jay-dea lopez, luís antero, maile colbert, stefan paulus, terje paulsen, and yannick dauby with olivier feraud.“

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individual track details can be found on the release page here.

a review from chris whitehead can be found @ the field reporter blog

// Zone Of Atrophy – Revisited.

After the criticism of my pictures in “dérive in the zone of atrophy” – I would only focus on the decay of the houses and the desolation of the villages –, I wrote an ERRATUM. This winter I revisited the north of Saarland in Germany again. I have been in Türkesmühle, Steinberg, Lockweiler and yes, really, many houses have been demolished or affectionately restored…

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# FRAMEWORK RADIO # 404

FRAMEWORK RADIO is about phonography ::: field-recording ::: the art of sound-hunting :::

framework radio is „consecrated to field-recording and it’s use in composition, and began broadcasting at a time when a new community of sound artists with a special interest in found sound was developing, a community spread across the world that, thanks to the internet, was no longer limited to a specific geography. […] framework‘s goal is to present not only the extremely diverse sound environments of our world, but also the extremely diverse work that is being produced by the artists who choose to use these environments as their sonic sources. […] framework broadcasts two distinct alternating formats, a regular edition, constructed and mixed by its presenter from contributions submitted by listeners and members of the field-recording community, and framework:afield, a guest-curated series produced by artists from all corners of the globe and based on their own themes, concepts or recordings.“

The FRAMEWORK RADIO SHOW #404 is the first regular program of 2013.

Framework description of the show: „a long, long list of sounds this week, as we reintroduce our aporee soundmaps segment. we experimented with this once or twice last year, but quickly got absorbed in out travels and our new occasional framework:ephemera format. our plan is to include in each regular edition a selection of the past two week’s new uploads to the radio aporee soundmaps. many are from names familiar to framework radio playlists, but many are also new to us. we see this as a good way to make some new connections, introduce some new members of our community to framework listeners, and of course to hear some new sounds! if you are not yet familiar with the aporee soundmaps (and i can’t believe that you wouldn’t be, especially if you’re a regular to these shows, since i go on about it quite a lot) get yourself over to http://aporee.org/maps, listen, and contribute!

we also heard many sounds that have been waiting quite awhile on the studio desk: roland etzin’s collection of sounds from his transmongolian journey in 2012, mecha/orga’s minimal (for him) collection of sounds from a small greek village, tattered kaylor’s portraits of found resonances in industrial spaces, and an online release from stefan paulus, whose psychogeographical edition of framework:afield we aired just about a year ago.“

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OPEN YOUR EARS AND LISTEN!
More information + free download @ FRAMEWORK RADIO
Check out the aporee map – the acoustic map of the world.

3 YEARS OF DRIFTING (Maxi Edit)

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3 YEARS OF DRIFTING refers to the Earth Mantra Record:: Stefan Paulus – Becoming-Dissolve [earman 191]. Free MP3 download @ EARTH MANTRA

// Einschließungsmilieus // TRAKT 10

Ergebnis der jeweiligen Einschließungsmilieus ist die Erzeugung von gehorsamen Individuen. Mit dem erfolgreichen Durchschreiten eines Einschließungsmilieus sind wir mit Benimmregeln ausgestattet und werden in den öffentlichen Raum entlassen. Dort befinden sich „nicht nur die Cops“, sondern „die Geometrie“ (Raoul Vaneigem), die Kollektivsymbole, die Strukturen, die uns die Wege vorgeben, uns zur Schule, zur Arbeit, zum Sportverein bringen bzw. zum nächsten Einschließungsmilieu. Nehmen wir die für uns vorgesehenen Rollen nicht an, verhalten wir uns anders, droht Krankheit, Gefängnis, Tod. „Man braucht keine Science-Fiction, um sich einen Kontrollmechanismus vorzustellen, der in jedem Moment die Position eines Elements in einem offenen Milieu angibt, Tier in einem Reservat, Mensch in einem Unternehmen (elektronisches Halsband). Félix Guattari malte sich eine Stadt aus, in der jeder seine Wohnung, seine Straße, sein Viertel dank seiner elektronischen (dividuellen) Karte verlassen kann, durch die diese oder jene Schranke sich öffnet; aber die Karte könnte auch an einem bestimmten Tag oder für bestimmte Stunden ungültig sein; was zählt, ist nicht die Barriere, sondern der Computer, der die – erlaubte oder unerlaubte – Position jedes einzelnen erfasst und eine universelle Modulation durchführt. […] Allerdings hat der Kapitalismus als Konstante beibehalten, dass drei Viertel der Menschheit in äußerstem Elend leben: zu arm zur Verschuldung und zu zahlreich zur Einsperrung“, schreibt Gilles Deleuze in seinem „Postskriptum über die Kontrollgesellschaften“.

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// Einschließungsmilieus // TRAKT 9

…der Friedhof hält eine sonderbare Ordnungssystematik bereit. Er führt dazu, „dem sterblichen Rest viel mehr Aufmerksamkeit schenken, der schließlich die einzige Spur unserer Existenz inmitten der Welt und der Worte ist“, weil „es sind die Toten, so unterstellt man, die den Lebenden die Krankheiten bringen, und es ist die Gegenwart, die Nähe der Toten gleich neben den Häusern, gleich neben der Kirche, fast mitten auf der Straße, es ist diese Nähe, die den Tod selber verbreitet“ (M. Foucault).

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// Einschließungsmilieus // TRAKT 8

Die Architektur des postfordistischen Unternehmen ist auch auf das Sehen und Gesehen werden ausgerichtet. Die ersten 1958 entstandenen Großraumbüros in der BRD, bei der Firma Boehringer in Mannheim, sollten Ausdruck der zwischenmenschlichen Beziehungen sein: Architektonisch wurden Trennwände beseitigt, um den Raum zu öffnen, damit die vorherrschenden Kommunikations- und Hierarchieprobleme unsichtbar werden. Das in Boxen oder Teilbereiche aufgegliederte Großraumbüro ermöglichte einerseits die gegenseitige Beobachtung, die Kommentierung der Arbeit anderer und setzte andererseits die Isolierung der Einzelsubjekte in ihrem Bereich um. Die Architektur ermöglicht so die Sichtbarkeit in alle Richtungen. Die Beurteiler_Innen bleiben unsichtbar und an die Stelle eines allsehenden Überwachers, tritt ein demokratisches, nicht-hierarchisches Modell gegenseitiger Sichtbarkeit, „bei dem jeder zugleich Beobachter aller anderen und der von allen anderen Beobachtete ist“, schreibt Ulrich Bröckling.

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// Einschließungsmilieus // TRAKT 7

In den Einschließungsmilieus besteht das Prinzip des gegenseitigen Überwachens – Das Prinzip; Subjekte des Sehens und Objekte des Gesehen-Werdens zu trennen. Die Architektur in den Einschließungsmilieus schafft hierbei allzu oft eine Situation der Vereinzelung – der Lehrer, der Vorarbeiter der uns über die Schulter schaut, die Professoren oder Pfarrer die im Hörsaal oder von der Kanzel aus uns mit Blicken maßregeln oder die Gefängniswärter die jederzeit freie Sicht in die Einschließungsmilieus haben, ohne dabei gesehen zu werden. Aber auch im öffentlichen Raum sind wir der ständigen Überwachung ausgesetzt. Durch den permanenten Beobachtungszustand setzt automatisch die Selbstmaßregelung ein – „verhalte ich mich richtig, beachte ich alle Regeln….?“ So entsteht ein internalisierter Zustand der Selbstüberwachung. Es ist nicht mehr wichtig ob die Überwachung tatsächlich stattfindet, es reicht die Vorstellung der Überwachung. Durch dieses Prinzip können auch die Sehenden zu Gesehenen werden. Es einsteht eine Gesellschaft überwachter Überwacher_innen und abweichendes Verhalten wird sanktioniert. Strafbar ist dabei „alles, was nicht konform ist“ und die Sanktionen wirken „normend, normierend, normalisierend“ wie Foucault in Überwachen und Strafen schreibt.

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// Einschließungsmilieus // TRAKT 6

Die Fabrik ist ein weiteres Beispiel für ein Einschließungsmilieu: „Die technische Unterordnung des Arbeiters unter den gleichförmigen Gang des Arbeitsmittels und die eigentümliche Zusammensetzung des Arbeitskörpers aus Individuen beider Geschlechter und verschiedenster Altersstufen schaffen eine kasernenmäßige Disziplin, die sich zum vollständigen Fabrikregime ausbildet“, schreibt Karl Marx im Kapital. Die industrielle Massenerzeugung von bezahlbaren Konsumgütern basiert auf der rationellsten Nutzung menschlicher Arbeitskraft. Dazu wird der Körper in der Fabrik an die Maschine oder an das Fließband angepasst. Diese Arbeitsorganisation auf der Grundlage der Erhöhung der Arbeitsproduktivität bzw. der rationellsten Nutzung der Arbeitskraft, geht auf die Studien des US-amerikanischen Ingenieurs F.W. Taylor (1856-1915) zurück. Taylor verstand die Gliederbewegungen beim Arbeiten als mechanische Vorgänge, die an die Gesetze der Mechanik angepasst werden sollten. Dazu müssen die spezifischen Tätigkeiten der Arbeit in einzelne Handlungen zerlegt werden, damit die rationellste Ausführung ermittelt werden kann, um so den Angestellten in der Fabrik, durch die vorgegebenen Intervalle im Bewegungsrhythmus des Fließbandes, eine mechanisierte Arbeitsverrichtung anzutrainieren. Im Klartext heißt das, dass die Körper an die Maschinen geschaltet werden und die Disziplinierung durch die Geschwindigkeit der Maschine verrichtet wird.

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// Einschließungsmilieus // TRAKT 5

In vormodernen Zeiten mussten „Irre“, „Verrückte“, „Wahnsinnige“ vor den Stadtmauern rumlungern, sie wurden abgesondert, auf „Narrenschiffen“ weggebracht und ausgesetzt oder sie mussten Widerrufen und das Gegenteil behaupten, wenn sie nicht aus den Institutionen der Wissenschaft oder Religion ausgeschlossen werden wollten. Durch Verbote existierten Prozeduren des Ausschlusses von bestimmten Wahrheiten. Heute produziert jeder Ausschluss einen Einschluss. Auch heute gibt es noch die Grenze zwischen dem Vernünftigen und dem Unvernünftigen, zwischen den „Wahnsinnigen“, die entmündigt werden müssen und den „Vernünftigen“, welche die Träger der herrschenden Kultur sind. Nur mit dem Unterschied, dass die „Wahnsinnigen“ eingesperrt werden – in Erziehungsheime, Knäste oder Psychiatrien –, weil sie gegen Normen, Vorschriften oder Gesetze verstoßen, weil ihre Wahrheit keinen Wert hat. Die Konstruktion des Gegensatzes von wahr und falsch wird auf der Grundlage des je vorherrschenden politischen, philosophischen, religiösen oder wissenschaftlichen Wahrheitsgehalts erzwungen, damit aus „Wahnsinnigen“ resozialisierte Mitglieder der Gesellschaft werden. So wird der Ausschluss zum Einschluss, zum „Würgegriff der herzlichen Umarmung“ oder zur Isolationshaft mit anschließender Sicherheitsverwahrung wie bei Thomas Mayer-Falk.

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// Einschließungsmilieus // TRAKT 4

In den Einschließungsmilieus herrscht eine je eigene Ordnungssystematik, ein je eigener Zeitplan, ein je eigenes Spektakel. Durch die Übertragungsmacht der Disziplinierungsmaßnahmen entsteht eine Anpassung an die bestehende Ordnung sowie Selbstkontrolle und Selbstbeherrschung. Die Zeitplanungen innerhalb der Einschlussmilieus – z.B. Mittagessen oder Schichtplan –, die Festsetzungen von Rhythmen oder Ritualen – z.B. erst Hände waschen; dann essen, exerzieren, gute Nacht Kuss –, die Regelungen der Wiederholungszyklen – (z.B. 9-17 Uhr, Mo-Fr) – und der Zwang zur Verrichtung spezieller Handlungen – z.B. Fließbandarbeit, Gebet –, stellen eine systematische Minimierung der freien Zeit innerhalb von Einschließungsmilieus her. Die zeitliche Zerlegung von Handlungen verzahnt „Körper/Waffe, Körper/Instrument, Körper/Maschine“ (Michel Foucault). Wir verschalten uns mit einer Idee, dem Produktions- oder Reproduktionsapparat, mit Institutionen bzw. mit dem Einschließungsmilieu. Wir werden zur Familie, zu Lohnarbeiter_innen, zu Christ_innen oder Soldat_innen.

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// Einschließungsmilieus // TRAKT 3

Die Benimmregeln innerhalb der Einschließungsmilieus dienen zur Orientierung innerhalb der Gesellschaft und ermöglichen uns innerhalb dieser einen Platz zu suchen bzw. weisen uns einen Platz zu. Das heißt, wir befolgen nicht einfach ein paar Regeln, sondern verkörpern diese Regeln im unserem Tun. In diesen „Handlungsritualen“ (Judith Butler) stellen wir über die ritualisierte Festlegung von Tätigkeiten, Gesten und Bewegungen sowie durch Wiederholungszyklen und Zeitplänen eine genaue Codierung unseres Verhaltens her. Mittels der Durchsetzung des zur Routine werdenden Verhaltens, disziplinieren und überwachen wir uns selbst in unseren Einschlussmilieus – durch das Abfragen des richtigen Wissens, Zeigen der richtigen Moral, durch Tests oder Sanktionen wie Mobbing, Triggern, Liebes- oder Freiheitsentzug. Wir kontrollieren uns gegenseitig, weil das jeweilige Einschließungsmilieu mit einer ordnungssystematischen „Übertragungsmacht“ (Deleuze) ausgestattet ist und dadurch werden wir zu freiwilligen Helfer_innen unseres eigenen Einschlusses.

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// Einschließungsmilieus // TRAKT 2

Jedes Individuum das ein Einschließungsmilieu durchläuft bzw. „jede Gruppe, die unterwegs ‚fällt’“, wie Althusser schreibt, „ist praktisch mit einer Ideologie versehen, die ihrer Rolle in der Klassengesellschaft entspricht.“ Das heißt: „der Rolle des Ausgebeuteten (mit stark ‚entwickeltem’ ‚professionellem’, ‚moralischem’, ‚staatsbürgerlichem’, ‚nationalem’ und unpolitischem Bewusstsein); der Rolle des Agenten der Ausbeutung (Fähigkeit zu befehlen und zu Arbeitern zu sprechen: die ‚menschlichen Beziehungen’), der Rolle des Agenten der Unterdrückung (Fähigkeit zu befehlen und sich ‚ohne Diskussion’ Gehorsam zu verschaffen oder mit der Demagogie der Rhetorik von politischen Führern vorzugehen) oder der Berufsideologen (in der Lage, die Gehirne mit dem notwendigen Respekt, d. h. der entsprechenden Verachtung, Nötigung und Demagogie zu behandeln, die den Akzenten der Moral, der Tugend, der ‚Transzendenz’, der Nation, […] usw.) angepasst sind.“

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// Einschließungsmilieus // TRAKT 1

Heterotopien bringen uns zu den anderen Orten, den Idealbildern einer Gesellschaft, zeigen uns die ordnungssystematischen Bedeutungen des Gefängnisses, des Krankenhauses, des Einfamilienhauses, der Einschließungsmilieus. In „Einschließungsmilieus“ (Gilles Deleuze) der Gesellschaft wie Familie, WG, Kindergarten, Schule, Fabrik, Universität, Büro oder Psychiatrie aber auch in Beziehungen oder im öffentlichen Raum werden uns Regeln beigebracht: „Regeln der Einhaltung der gesellschaftlich-technischen Arbeitsteilung und letztlich Regeln der durch die Klassenherrschaft etablierten Ordnung“ (Louis Althusser). Jedes Individuum, das von einem Einschließungsmilieu zum nächsten weitergereicht wird bzw. das aus einem dieser Einschließungsmilieus ausscheidet, ist mit einer zweckmäßigen Ideologie ausgestattet, welche der Rolle als Junge oder Mädchen, als Mutter und Hausfrau, Vater und Ehemann, als Lohnarbeiterin und Lohnarbeiter oder als Staatsbürger_in etc. entspricht – sofern wir diese Rollen für uns annehmen.

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Unbenannt

Dérive in der Schwundzone ERRATUM

Nach Dérive in der Schwundzone I und II hat meine Mama mich schon mehrmals angesprochen und gesagt, dass ich das Saarland und besonders die Gemeinde Tholey so scheußlich darstellen würde und mich darum gebeten doch auch mal die schönen Seiten zu zeigen…O.K. Mama, Deiner Bitte komme ich hiermit nach und zwar mit einem „Dérive in der Schwundzone ERRATUM“ – kreuz und quer zwischen Schaumberg, Bitchberg und Lachmühle. Diesmal auf den Spuren des Schriftstellers Johannes Kühn (*1934 Bergweiler/Tholey). Seit Jahrzehnten streift Kühn auf seinen zahllosen Spaziergängen durch das Gebiet rund um den Schaumberg und hält seine Eindrücke in Arbeiter- und Naturgedichten lyrisch fest:

“ Oft kreist der Habichtsvogel hier im Himmelsraum.
Seine Einsamkeiten sind uns auch genehm.
Und du siehst wie einen Meeresturm den Schaumberg,
vor dem die Hügel wie Küstendünen liegen.

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Immer lieb ich den weiten Saal der Ebenen,
darin du gehen kannst
Leidensschritt,
darin du tanzen kannst
Weltglück.
Die Waldwege durch, die Kiesstränge hin,
Gewölbe hoch genug, bis an die Sterne nachts,
daran dich zu stoßen, bist du noch lang nicht
gewachsen.

theley3 karen

Schräg in der Tür steht noch der Tag,
sein halbes Gesicht noch
hält er hell,
das andre, samtschwarz,
möchte bei solchem Lied
noch einmal licht sein
und flimmert
sternenhaft.

theley2 karen

Unhalse
Baum, Strauch und Stein,
laß sie ertönen
gegen das verfängliche Schweigen,
Reisender.
Wie die Leiden
Mitreisen und die Sonne,
verewigt das rad nichts,
nur diene Sprache, die verzückte,
über das Schicksal
und die Stätten des Lichts.

theley4 harry

[…] Über den Gräbern fliegen Raben,
und aus den Nebeln fällt der Schnaps.“ (JOHANNES KÜHN)

#Hamburg keine Perle, TEIL 1

Berlin hat Gangsterghettos, Rio Favelas, Istanbul Gecekondus, Kapstadt Shanty Towns und Hamburg, „die Weltstadt der Elbe“, die „Metropolenregion“, die „Stadt im Norden“? Hamburg hat Backsteinhäuser…

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CHAIN D.L.K. REVIEW from Vito Camaretta about „Becoming-Dissolve“:

„The author of this release, Stefan Paulus, conveniently calls his sonic stuff by using the expression „psychogeography drifts“, a reminder of the notorious method for investigation on surrounding reality as well as an eccentric approach to the studies of a place, defined by radical theorist Guy Debord, and while listening this contemporary sonic „flaneur“’s „Becoming-Dissolve“ and in spite of the theoretical limits of such a method, which have been recognised by its inventor, some words by Debord himself look like having been echoed back by Stefan’s sound: „When freedom is practiced in a closed circle, it fades into a dream, becomes a mere image of itself. The ambiance of play is by nature unstable. At any moment, „ordinary life“ may prevail once again. The geographical limitation of play is even more striking than its temporal limitation. Every game takes place within the boundaries of its own spatial domain“. The so-called „derive“ resounds in the three moments of this becoming, a kind of narrative sequence of long-lasting field recordings which have been injected with entrancing sine waves, electronic rarefied atmospheres and humoral resonances so that it seems an emphatic cruise across a nebula of daily aural stimulations: the overwhelming solipsism combined with a certain feeling of self-alienating during a train trip in „Becoming-Endless“, the glacial lethargy and the freezing surges in „Becoming-Imperceptible“, the entrancing absorption of the ego within a natural landscape, emphasized by heavy rain, nocturnal chirring of cicadas and the blowing of strong winds over a wintry land, in „Becoming-Molecular“ are the daydreaming stages of this suggestive dissolving. „Becoming-Dissolve“ is available for free on Earth Mantra’s net-label web-site.“ (Vito Camarretta)

Thanks to Vito Camaretta www.chaindlk.com
Album download @ EARTH MANTRA

STEFAN PAULUS – BECOMING-DISSOLVE [2012]

New release on Earth Mantra:: Stefan Paulus – Becoming-Dissolve [earman 191]:

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„Folks, we have a mighty treat in store for fans of sounds of the darker and more experimental variety. Like some other artists on our roster, Stefan revels in extracting the hidden music inside of recordings of everyday life, but with a focus more on extended field recordings rather than shorter found sounds, somewhat like the difference between a novel and a short story. In his music, Stefan brings to the listener what he calls „psychogeography drifts“, ambient journeys that are based on the sounds of extensive travels throughout the world, but morphed into expansive compositions that tease the senses and free the mind to dream.

Listeners will note that the music tends towards the experimental, with strong touches of electro-acoustic music and dark, wintry ambience. While listening, we visualize stark vistas of unending glaciers, cold winds cutting across broad expanses of snow, trees without leaves bending under the weight of crystalline ice, trains quietly threading their way through a vast wilderness of white, and mountain peaks jutting majestic through the clouds. The interpretation is in the ear of the beholder, of course, but we find this music both somber and uplifting, both bleak and beautiful, both moving and soothing, a sage encapsulation of all the myriad aspects of our natural and modern world. Truly, Stefan has created some of the finest abstract ambience we have heard in some time, the perfect sort of music for deep contemplation or relaxation by a crackling fire.

So it is with great pride that we unveil Becoming-Dissolve, the debut Earth Mantra release by Stefan Paulus. An album that we think is among the top dark ambient releases of 2012, and certainly one we feel our listeners will find quite fulfilling. Highly, highly recommended.“ (EARTH MANTRA)

More information and free download @ EARTH MANTRA
Check out their other stuff. Thanx to Darrell Burgan from Earth Mantra to make this record happen.

VIELLEICHT DOCH LIEBER ZUHAUSE BLEIBEN?

Raoul Hausmann, Dadaist, Merz-Antidada-PRÉsentismus-Reisender. Er verlacht „Wissenschaft und Kultur, diese Elenden Sicherungen einer zum Tode verurteilten Gesellschaft“. Für ihn hat „die Welt heute keinen tiefen Sinn, als den des unergründlichsten Unsinns, wir [die Antidadaisten] wollen nichts von Geist oder Kunst wissen. Die Wissenschaft ist albern – wahrscheinlich dreht sich heute noch die Sonne um die Erde“.

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Die Idee für seine Collagen ist ihm im ersten Weltkrieg auf Usedom gekommen. Die Frauen dort klebten Fotos von ihren Männern über Bilder von Grenadieren. Mit dieser Idee fertigt er Fotomontagen aus Bildern von Maschinen, Fetzen von Landkarten, Buchstaben. Er richtet seine Kritik gegen die deutschen Spießer, denn der „Leierkasten der reinen Dichtung, Malerei, Musik wurde in Deutschland auf einer äußert tüchtigen Geschäftsbasis gespielt. Aber dieses pseudo-theosophisch-germanische Teekränzchen, das es bis zur Anerkennung durch ostpreußische Junker brachte, soll uns hier gleichgültig sein, ebenso wie die kaufmännischen Maschinationen des Herrn Walden, der, ein typischer deutscher Spießer, seine Transaktionen mit einem buddhistisch-hochtrabenden Mäntelchen behängen zu müssen glaubt. Sein Geschäftgenie in allen Ehren, aber seine Ästhetik und sein Kunstpreußentum, dorthin, woher sie stammen, ins Büro des Winkeladvokaten.“

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Seine Wissenschaftskritik verweist darauf, dass autoritäre Systeme auch immer versuchen sich wissenschaftlich zu begründen. In „Gegen den Puffkeismus der teutschen Seele“ beschreibt er, wie der modernste Mensch Europas – der Futurist Marinetti – Technik und Fortschritt zum „Ersatz für den Sadismus der altrömischen Gladiatorenkämpfe“ auserkoren hat. Albert Einstein fragt er in „Trommelfeuer der Wissenschaft“, wie er denn die Sonne heizen möchte?

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Diese Fotomontage zeigt den russischen Konstruktivisten Wladimir Tatlin. Tatlin, Begründer der Maschinenkunst, veröffentlichte 1920 sein Produktivistenmanifest. Er betont die Ästhetik, Dynamik und Kraft der Technik. Bekannt wurde Tatlin durch sein 400 m hohes Spiralturmprojekt auf der Dritten Internationalen 1919 in Petrograd. Dieser Turm sollte eine gigantische Maschine werden – mit Restaurants, Aufzügen, Radiosendern, die Säulen im Inneren sollten sich nach den Sternen ausrichten und um sich selbst drehen. Paolo Bianchi beschreibt „Tatlin als eine Art Propagandist der Mobilität und des Massentourismus […] als ein die Kartographie von Mensch und Maschine neu bestimmender Geist“. Ironischerweise hat Hausmann seine Fotomontage „Tatlin Zuhause“ genannt.

#Hamburg keine Perle, TEIL 2

New York hat das Empire State Building, San Francisco die Golden Gate Bridge, Agra das Taj Mahal, Taipei sein 101 und Hamburg die „Weltstadt an der Elbe“, die „Metropolenregion“, die „Stadt im Norden“ hat Backsteinhäuser…

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