Die Dioramen von Sohei Nishino

Street Walker und Fotokünstler Sohei Nishino setzt aus tausenden analogbelichteten Einzelbildern Städte wie Rio, Jerusalem, Bern, Berlin oder Hiroshima zu Dioramen zusammen. Die Ergebnisse sind Luftbilder. Diese Stadtkarten sind zwar geografisch nicht genau, schildern aber Nishino´s Erinnerung an die Stadt wieder. Sie sind sein „Tagebuch der Straßen“ bzw. das Straße-Werden:

“I am deeply committed and passionate about photography. I believe that photography is a way of looking at the self. Rather than thinking about what I can do with photography, I take pictures in a quest to see what I can become through photography.” (Sohei Nishino)

Das Kartographieren der Städte beinhaltet monatelanges umherlaufen durch die jeweiligen Stadtteile, Fotos schießen, Entwicklung und Druck der Fotografien, Ausschneiden, Anordnen, Einfügen der Fotos in das Diorama. Für das Osaka Diorama hat er z.B. über 150 Filmrollen verbraucht und 3 Monate lang in Handarbeit die Bilder mit Schere und Kleber in seine Form der Stadt zusammengesetzt.

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Diorama Map Hiroshima // September – November 2003
Light jet print // 1365×1366 mm
….(MEHR>>HIER auf http://nowhere-nowhere.org/< <)

Heterotopien und ihre ordnungssystematischen Funktionen

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Neuer Text auf nowhere-nowhere.org:

Michel Foucaults Begriff der Heterotopie [hetero (andere) und topos (Ort)] ist eine Möglichkeit, die Welt in der wir leben, die Räume, in denen wir uns bewegen, zu verstehen. Heterotopien sind Räume, die in besonderer Weise gesellschaftliche Verhältnisse repräsentieren, indem sie mehrere Räume an einem einzigen Ort vereinen und zueinander in Beziehung setzen. Foucault definiert in seinem Text „Der Ariadnefaden ist gerissen“ Heterotopien als

„wirksame Orte, die in die Einrichtung der Gesellschaft hineingezeichnet sind, sozusagen Gegenplatzierungen oder Widerlager, tatsächlich realisierte Utopien, in denen die wirklichen Plätze innerhalb der Kultur gleichzeitig repräsentiert, bestritten und gewendet sind, gewissermaßen Orte außerhalb aller Orte, wiewohl sie tatsächlich geortet werden können.“

Heterotopien können mehrere Orte, die normalerweise nicht nebeneinander existieren, an einem Ort vereinen. Für Foucault bringt uns die Betrachtung von Heterotopien zu den Idealbildern einer Gesellschaft. Sie zeigen uns die ordnungssystematischen Bedeutungen des Raumes, der Kultur bzw. der Einschließungsmilieus. Gemeint sind Gefängnisse, Kindergärten, Schulen und Fabriken, Einfamilienhäuser oder Wohngemeinschaften in denen eigene Kontrollmechanismen und Bestrafungsrituale vorherrschen oder das „richtige“ Wissen abgefragt wird. Foucault charakterisiert Heterotopien dadurch, dass sie in einer jeweiligen Kultur, zu einer bestimmten Zeit, eine bestimmte Funktion erfüllen. So setzten Heterotopien auch ein System der Öffnung und Abschließung voraus, welches durch einen erzwungenen Eintritt oder durch ein Eingangsritual hergestellt wird. Der Zweck solcher Heterotopien ist es, einen kompensatorischen Raum zu schaffen, der eine vollkommene Ordnung aufweist, welche die Unordnung des realen Raums ausgleichen soll. Gleichzeitig bedeutet dies, dass Heterotopien illusionäre Räume sind, welche die realen Räume als noch größere Täuschung erscheinen lassen.

Das heißt, Heterotopien dienen der Befriedung des Sozialraums und stabilisieren die gesellschaftliche Ordnung, indem sie das Ausgeschlossene an einem anderen Ort konzentrieren. Die Typisierung von Heterotopien ermöglichte Foucault eine Analogie der Art und Weise zu beschreiben, wie wir regiert und diszipliniert werden bzw. wie wir uns selbst regieren und disziplinieren. (mehr)

//NEW WEBSITE ONLINE NOW//

psychogeography.blogsport has moved to http://nowhere-nowhere.org/

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STEFAN PAULUS – ALTERING REALITIES

New release on the dark ambient and experimental netlabel Buddhist on Fire:: STEFAN PAULUS – ALTERING REALITIES

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This record is about the impressions and the imaginations of the phenomena of hypnagogic consciousness and oneiric conditions. The sounds are a protocol or more a psychogeographical reconstruction of these images, pictures, altering realities which can be reached through methods of lucid dreaming and other psychical and body practices. The method of wake initiated lucid dreaming involves entering a lucid dream state directly from waking consciousness. The method of a dream initiated lucid dream helps to trigger a lucid dream while unconscious sleep. The hypnagogic state is then the experience of the transitional consciousness which can appear with auditive, visual and tactile hallucinations…

Recorded in Ubud, Indonesia; during a Hindu-Dharma-Procession, on the artic Kola Peninsula in Russia and Hamburg, Germany.

More information @ BUDDHIST ON FIRE and free download @ ARCHIVE.ORG
Check out their other stuff. Thanx to John Tocher to make this record happen.

Machart und Symbolik russischer Knasttätowierungen

Interview mit Valery L., ehemaliger Insasse des St. Petersburger Untersuchungsgefängnis „Weißer Schwan“. Valery saß knapp 2 Jahre mit bis zu 11 anderen Gefangenen in einer 8 qm großen Zelle. In diesem auf Deutsch geführten Interview gibt Valery Einblicke in die Machart und Symbolik russischer Knasttätowierungen. Er spricht über Rangabzeichen, Zwangstätowierungen, die gewaltsame Entfernung von zu Unrecht tätowierter Symbole oder die Vielseitigkeit von Wodka als Desinfektionsmittel. Er erzählt Geschichten über Mitgefangene die sich z.B. Sterne auf die Knie tätowieren, um ihrer Unbeugsamkeit vor dem russischen Justizsystem Ausdruck zu verleihen.
Mit freundlicher Genehmigung von Valery L.

Beitragsart: Interview
Sprache: deutsch
Produktion: Juli 2013, Murmansk, Russland
Länge: 10:12 Minuten
Lizenz: Creative-Commons (Namensnennung, Bearbeitung erlaubt)
Bildnachweis: Sergei Vasiliev, 1989, Colony No.9., Gorelovo Settlement, Leningrad Region

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Bild: Danzig Baldaev

Wer mehr zu diesem Thema in Erfahrung bringen möchte, dem sind die Studien des Gefängniswärters Danzig Baldaev empfohlen. Er zeichnete und entschlüsselte die Symbolik der „geschlossenen Gesellschaft“. Der Journalist Sergej Vasiliev arbeitete mit ihm zusammen und fotografierte bzw. kartografierte die Symbolik der Unterwelt. Hier: Russian-Criminal-Tattoo-Archiv

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Foto: Sergej Vasiliev
Bilder mit freundlicher Genehmigung von Murray & Sorrell FUEL //fuel-design.com

THE PASSAGE

Flicker perception on the Rybachy Peninsula [полуо́стров Рыба́чи] during our drift across the Murmansk Oblast, Russia.

the sound is taken from the „SALT SEA ISLAND“ album @ TREETRUNK RECORDS

Gesellschaft des Spektakels §168

„Das Nebenprodukt der Warenzirkulation, die als Konsum betrachtete menschliche Zirkulation, d.h. der Tourismus, lässt sich im wesentlichen auf die Muße zurückführen, das zu besichtigen, was banal geworden ist. Die wirtschaftliche Erschließung des Besuchs verschiedener Orte ist bereits von selbst die Garantie ihrer Äquivalenz. Dieselbe Modernisierung, die der Reise die Zeit entzogen hat, hat ihr auch die Realität des Raums entzogen.“ (GUY DEBORD)

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„Tourism, human circulation considered as consumption, a by-product of the circulation of commodities, is fundamentally nothing more than the leisure of going to see what has become banal. The economic organization of visits to different places is already in itself the guarantee of their equivalence. The same modernization that removed time from the voyage also removed from it the reality of space.“(GUY DEBORD)

BECOMING ENDLESS vs. BETA ZERFALL

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BECOMING-ENDLESS from psychogeography.blogsport.de on Vimeo

„becoming-endless“ refers to the „becoming-dissolve“ album @ earth mantra

free album download here

VS.

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BETA ZERFALL from psychogeography.blogsport.de on Vimeo.

„beta zerfall“ refers to the „salt sea island“ album @ tree trunk records

free album download here

# FRAMEWORK RADIO # 419

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this edition of framework:afield, entitled dirty tracks, has been produced in germany by stefan paulus. stefan writes about the process of piecing this work together from his psychogeographic drifts:

// this show is dedicated to the unknown musicians I have recorded over the past years during what guy debord describes as ‘dérives’ or ‘psychogeographic drifts’: the experimental exploration of the environment through coincidence and other methods to disturb your normal behavior or motivations as a pedestrian or car driver. drifting is the search for an ecstatic moment or ‘ecstatic truth’, like werner herzog says. if I get on a track – I try to document what I find //

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// sometimes I had to borrow a cellphone, or I used a crappy digital cam to record // that’s why this show isn´t a high-end surround sound field report // this radio show is about these ecstatic moments // for example: I followed people to a bar in hungary … and some solo entertainer is playing … people drink beer and dance // I walked through a block party and ended up in a street riot … people dance to reggae music and you hear bottles shattering on police cars // you will hear music from some gatherings, a powwow, indonesian rituals, music from a record shop in turkey, from hippy parties or bonfire music in the mid-west //

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// some of these records are done before GPS was in every technical instrument … that´s why this show isn´t a sound-mapping cartography // most of the time I don’t even know what the people are singing about and I don´t know the names of the bands – if they even have names // sometimes I can’t locate the places anymore, because the goal of psychogeography is to get lost, and to create an altering reality //

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STEFAN PAULUS – SALT SEA ISLAND [2013]

New release on TREETRUNK :: Stefan Paulus – Salt Sea Island [treetrunk 263] :

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„‚SALT SEA ISLAND‘– is a sound cartography collected through field recordings across the world. these records are done during what guy debord describes as ‚dérive‘ or ‚psychogeography drifts‘: the experimental exploration of the environment, the mindful or transient passage through urban or country areas. This method can also be used to map the inner space – to create different thematic maps of reality. For these records I dislocated myself, followed animal trails deep into german woods, crossed the alpine valley of ötztal, recorded on mountain peaks, atlantic and pacific islands and sea ports. I connected with unknown persons. I jumped into the next subway, the nearest bus and got somewhere out. the sounds are compiled with what william s. burroughs describes as ‚cut-up and fold-in‘: a method for ‚altering reality‘ – and that is what it´s all about, a journey into altering realities.“

More information @ TREETRUNK and free download @ ARCHIVE.ORG
Check out their other stuff. Thanx to treetrunk to make this record happen.

framework:seasonal ::: spring 2013 released!

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„the framework:seasonal series of fund-raising audio releases continues with issue #4, another superb compilation of previously unreleased sounds by artists working int he field recording community. this selection features new names as well as several you’ve certainly heard before, all of whom are new to framework editions’ release series. flavien gillié, france jobin, francisco lopez, jay-dea lopez, luís antero, maile colbert, stefan paulus, terje paulsen, and yannick dauby with olivier feraud.“

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individual track details can be found on the release page here.

a review from chris whitehead can be found @ the field reporter blog

# FRAMEWORK RADIO # 404

FRAMEWORK RADIO is about phonography ::: field-recording ::: the art of sound-hunting :::

framework radio is „consecrated to field-recording and it’s use in composition, and began broadcasting at a time when a new community of sound artists with a special interest in found sound was developing, a community spread across the world that, thanks to the internet, was no longer limited to a specific geography. […] framework‘s goal is to present not only the extremely diverse sound environments of our world, but also the extremely diverse work that is being produced by the artists who choose to use these environments as their sonic sources. […] framework broadcasts two distinct alternating formats, a regular edition, constructed and mixed by its presenter from contributions submitted by listeners and members of the field-recording community, and framework:afield, a guest-curated series produced by artists from all corners of the globe and based on their own themes, concepts or recordings.“

The FRAMEWORK RADIO SHOW #404 is the first regular program of 2013.

Framework description of the show: „a long, long list of sounds this week, as we reintroduce our aporee soundmaps segment. we experimented with this once or twice last year, but quickly got absorbed in out travels and our new occasional framework:ephemera format. our plan is to include in each regular edition a selection of the past two week’s new uploads to the radio aporee soundmaps. many are from names familiar to framework radio playlists, but many are also new to us. we see this as a good way to make some new connections, introduce some new members of our community to framework listeners, and of course to hear some new sounds! if you are not yet familiar with the aporee soundmaps (and i can’t believe that you wouldn’t be, especially if you’re a regular to these shows, since i go on about it quite a lot) get yourself over to http://aporee.org/maps, listen, and contribute!

we also heard many sounds that have been waiting quite awhile on the studio desk: roland etzin’s collection of sounds from his transmongolian journey in 2012, mecha/orga’s minimal (for him) collection of sounds from a small greek village, tattered kaylor’s portraits of found resonances in industrial spaces, and an online release from stefan paulus, whose psychogeographical edition of framework:afield we aired just about a year ago.“

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OPEN YOUR EARS AND LISTEN!
More information + free download @ FRAMEWORK RADIO
Check out the aporee map – the acoustic map of the world.

3 YEARS OF DRIFTING (Maxi Edit)

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3 YEARS OF DRIFTING refers to the Earth Mantra Record:: Stefan Paulus – Becoming-Dissolve [earman 191]. Free MP3 download @ EARTH MANTRA

STEFAN PAULUS – BECOMING-DISSOLVE [2012]

New release on Earth Mantra:: Stefan Paulus – Becoming-Dissolve [earman 191]:

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„Folks, we have a mighty treat in store for fans of sounds of the darker and more experimental variety. Like some other artists on our roster, Stefan revels in extracting the hidden music inside of recordings of everyday life, but with a focus more on extended field recordings rather than shorter found sounds, somewhat like the difference between a novel and a short story. In his music, Stefan brings to the listener what he calls „psychogeography drifts“, ambient journeys that are based on the sounds of extensive travels throughout the world, but morphed into expansive compositions that tease the senses and free the mind to dream.

Listeners will note that the music tends towards the experimental, with strong touches of electro-acoustic music and dark, wintry ambience. While listening, we visualize stark vistas of unending glaciers, cold winds cutting across broad expanses of snow, trees without leaves bending under the weight of crystalline ice, trains quietly threading their way through a vast wilderness of white, and mountain peaks jutting majestic through the clouds. The interpretation is in the ear of the beholder, of course, but we find this music both somber and uplifting, both bleak and beautiful, both moving and soothing, a sage encapsulation of all the myriad aspects of our natural and modern world. Truly, Stefan has created some of the finest abstract ambience we have heard in some time, the perfect sort of music for deep contemplation or relaxation by a crackling fire.

So it is with great pride that we unveil Becoming-Dissolve, the debut Earth Mantra release by Stefan Paulus. An album that we think is among the top dark ambient releases of 2012, and certainly one we feel our listeners will find quite fulfilling. Highly, highly recommended.“ (EARTH MANTRA)

More information and free download @ EARTH MANTRA
Check out their other stuff. Thanx to Darrell Burgan from Earth Mantra to make this record happen.

# FRAMEWORK RADIO # 366

FRAMEWORK RADIO ist about phonography ::: field-recording ::: the art of sound-hunting :::

framework radio is „consecrated to field-recording and it’s use in composition, and began broadcasting at a time when a new community of sound artists with a special interest in found sound was developing, a community spread across the world that, thanks to the internet, was no longer limited to a specific geography. […] framework‘s goal is to present not only the extremely diverse sound environments of our world, but also the extremely diverse work that is being produced by the artists who choose to use these environments as their sonic sources. […] framework broadcasts two distinct alternating formats, a regular edition, constructed and mixed by its presenter from contributions submitted by listeners and members of the field-recording community, and framework:afield, a guest-curated series produced by artists from all corners of the globe and based on their own themes, concepts or recordings.“

the 366th edition of framework:afield has been produced by stefan paulus from psychogeography.blogsport. You can listen and download the show at:

FRAMEWORK: AFIELD # 366: 2012.03.11

http://www.frameworkradio.net/2012/03/366-2012-03-11/

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This show is not a linear drop down playing songs show. It´s more a cluster, a collage of sound collages from field recorders, street walkers, sound artists. The following playlist represented therefore more the structure of the show – you will find Bernard Parmegiani for example at the beginning and in the end. I also used “own” field recordings, collected through psychogeography drifts, in between.

Playcluster for framework:afield:

Ian Breakwell & Ian McQueen – Breakwell’s Circus (1979) # Bernard Parmegiani – L’ecran Transparent (1973) # Juergen Ploog & Column One – Tote Zone I (2005) # William S. Burroughs – Throat Microphone Experiment / Word Falling, Photo Falling / Creepy Letter, Cut-Up At The Beat Hotel In Paris / Origin and Theory of the Tape Cut-Ups (1959 through 1986) # KK Null, Chris Watson & Z’EV – Conclusion – Demon, (the super-natural) mercury hearing water north winter twilight / Development – Woman (the balance) saturn taste earth centre late summer noon (2005) # Bj Nilsen & Stilluppsteypa – Man From Deep River. Part three (2009)# Chris Watson – 3m (2007) # Dave Phillips – Schimpfluch-Commune Chiang Mai (2007) # Sibirische Zelle – Knechte des Tourismus (2005) # Rolf Dieter Brinkmann – Schreiben ist etwas völlig Anderes (1973) # Francisco López – Populations of Xenophyoph (1993) # Thomas Koener – Une Topographie Sonore (2002) # Stefan Paulus – Sendeschluss der Kulturindustrie / Pension Falkenhof und Gaststaedte Bruns / Unwahrnehmbar-Werden / Journey into the grey Room (2009-2012)

ThX to patrick and resonance 104.4fm in london for broadcasting the show!

// Dérive in der Schwundzone I

Leere Häuser, aufgegebene Höfe, stillgelegte Fabriken. Ganze Straßenzüge moderner Ruinen. Keine Menschen zu sehen. Hallo… ist da noch jemand? Die Eltern tot, die Kinder weg. Die Geburtenrate sinkt. Keiner kehrt mehr den Bürgersteig. Das Unkraut kann endlich wieder wachsen. Und wenn euch am Samstag die Schanze zu voll ist, dann kommt doch einfach hierher – in den demographischen Supergau, in die Schwundzone, nach Tholey, Hasborn, Eisen – ins Nordsaarland…

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// Dérive in der Schwundzone II

Das Material der Moderne ist Eisen und Glas. Es brachte Eisenbahnschienen, Bahnhöfe, Züge, Flugzeuge, Ozeandampfer, eine andere Zeitrechnung, die Gleichschaltung der Uhren, die Eroberung des Raumes. Um den Hunger nach Eisen zu stillen, rauchten die Schlote der Eisenwerke 24 Stunden, 7 Tage die Woche. Die Völklinger Hütte, die „Ikone der Industriekultur“, die „Kathedrale der Arbeit“, Symbol für Fortschritt und Vollbeschäftigung ist heute nur noch ein Haufen Schrott, eine tote Eisenmaschine, eine Moderne Ruine, ein Weltkulturerbe. Völkingen düster, aufgebraucht, langsam. Baudelaire beschreibt die Modernität als das Vorübergehende, das Entschwindende. Recht hat er.

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// Cross Country Road Trip // last part

„Und wenn in Amerika die Sonne untergeht und ich auf dem alten verrotteten Pier am Fluß sitze und den weiten, weiten Himmel über New Jersey betrachte und all das rauhe Land vor mir sehe, das sich einem unglaublichen riesigen Buckel bis zur Westküste hinüberzieht, und all die Straßen, die hin und her führen, all die Menschen, die in seiner unermeßlichen Weite träumen, und mir sage, dass jetzt in Iowa wahrscheinlich die Kinder weinen, in diesem Land, wo man die Kinder weinen lässt, und dass heute nacht die Sterne am Himmel stehen werden – wusstest du nicht, dass Gott Pu der Bär ist? –, und dass der Abendstern herabsinken und sein matter werdendes Funkeln auf die Prärie muss, bevor endlich die vollkommene Nacht sich ausbreitet und die Erde segnen und die Flüsse in Dunkelheit tauchen und die Gipfel der Berge verhüllen und das letzte Gestade umschließen wird, und niemand, niemand weiß was einem jeden bevorsteht, außer den elenden Lumpen des Alterns […].“ Jack Kerouac

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bakersfield. kerouacs home town und ein automechaniker: „this guys, in this van, to NY? that´s crap!“
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lost cities of gold
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rollin in the ruins
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danke an den parks superintendant jim miller
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sorry, this street view is not available in your country

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Dérive // Brooklyn, NYC

„Alle Maschinen auf der Strasse sind ab sofort in den Händen von Stau. Stau bewegt sich in den Städten oder verbirgt sich. Als Maschine zur Erschaffung des Gesichts lenkt Stau die Ströme auf baumartige Knotenpunkte und Löcher der Vernichtung; manchmal dagegen, wenn eine wahrhafte Auflösung des Gesichtes bewirkt wird, setzt Stau gewissermaßen Zielsuchköpfe frei, die auf ihrer Bahn die Schichten auflösen, durchschlagen und aus den Löchern der Subjektivität emporschießen, die die Bäume zugunsten von nichtigem abhackt, und zu Deterritorialisierungsbahnen lenkt. Im Stau löst sich ein Surfbrett auf, die Westcoast verschwindet, blonde Locken verschwinden, macht dir das keinen Spaß?!Die Gerade verschwindet. Keine Linie mehr und überall soviel Geschmack, hast du auch Geschmack?!“ (STAU).

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Arzifarzi in SoHo, NYC

Zufallsbegegnung in SoHo, New York City, mit den Straßenkünstlern Michael A. George und Flash. Ein Gespräch über den Niedergang der ehemaligen Künstler_Innenhochburg SoHo. Hier war in den 1960er und 1970er Jahren die „Szene“ für Arzifarzi im weitesten Sinne. Fluxus, Free Jazz und weißes Pulver bis die Läden immer kommerzieller wurden und sich die „Szene“ aus dem Staub machte. Mit Michael und Flash entfachte sich eine Diskussion, ob zwischen Shoppingmeilen, Touristenschrottkunst und der teuer zu kaufenden Pseudostreetart noch „real streetlife“ zu finden ist…

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Thanks to Michael, [?], Flash

Teil 1 über den Niedergang von SoHo 2:34 min

Teil 2 über Damals, Crack und Galerien 2:32 min

Teil 3 über Klassenstruktur und Rich Kids 4:22 min

Teil 4 über Streetlife, -art früher und heute 10:58 min

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Check out their stuff URL: eatlomein.com

Dérive // St. Louis, Missouri

„Die Kriminellen sind außer Rand und Band“ berichten Zeitungen aus der Geburtsstadt von William S. Burroughs. St.Louis, seit Jahrzehnten immer mal wieder auf dem Siegertreppchen der „Most Dangerous Cities“ in den USA. „Gangs, Schießereien, Drogen“, „Die Stadt ist am Ende, eine gigantische Industriebrache“. „Zeltstädte, Obdachlose an allen Ecken“. Jede Menge Statistiken über „steigende Mordraten“, „fallende Kleinkriminalitätsraten“, „Entlassungen bei der Polizei“, „Finanzkrise“. Interaktive Crime Reports für eine sichere Nachbarschaft. Law and Order Hetze. Und, was sagt das aus… nichts. „Abgesehen von der Tatsache, daß der Staat selbst der größte Verbrecher ist, indem er jedes geschriebene und natürliche Recht bricht, mittels Steuern stiehlt, durch Krieg und Todesstrafe mordet, ist er hinsichtlich der Bewältigung der Kriminalität an einem absoluten Nullpunkt angelangt“, schreibt Emma Goldmann. Recht hat sie, denn wenn Menschen ein Leben führen müssen, das sie verabscheuen, werden all die Vorschriften in den Gesetzesblättern an den Kriminalitätraten auch nichts verändern können.

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Dérive in „North St.Louis, 65% aller Straftaten werden hier begangen“…

//Auf der Suche nach Trona// Part 4

„…nach einer unendlich langen Zeit in der Wüste, machten sie sich auf den Weg in die Stadt, um neue Vorräte zu besorgen. In der Stadt angekommen freuten sie sich über jeden Kaugummi, jeden Fetzen Zeitungspapier den sie auf der Straße sahen. Dann machten sie sich auf die Suche, nein diesmal nicht nach Trona, sondern nach 2C-P und es kam, wie es kommen musste…

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…die Straßen wie ausgestorben, niemand zu sehen, nur Blicke einer Schaufensterpuppe…

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…der Drift ging weiter…“ ( stefan paulus: ‚the trona letters‘)

//Auf der Suche nach Trona// Part 3

„…Trona, kein Ort im inneren und kein Ort der auf einer Landkarte zu finden ist. Es muss also ein Ort sein, der mit einer veränderten Wahrnehmung zu finden ist. Ein psychotroper Ort, dessen Eingang nur durch Entropie, durch die Zerstörung des Ichs, durch das Überwinden alltäglicher Raum- und Zeitvorstellungen zu finden ist. Aber Kontemplation, ach Quatsch, die Eintrittskarte sollte C12H17N2O4P sein…kriechend und tastend bewegten sie sich in der Dunkelheit in einem Labyrinth eines ausgetrockneten Flussbetts vorwärts. Keine Hinweisschilder oder Markierungen… und endlich geschahen seltsame Dinge, Zeitverschiebungen, Ortsveränderungen, rätselhafte Bilder, deren Ursache zum Zeitpunkt der Entstehung schon Jahre zurücklagen. Pfützen so groß wie Ozeane, Einkerbungen tief wie ein Canyon. Es war wie der Besuch eines evakuierten oder abgesperrten Gebietes…

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…aber Trona ein Mythos, jeder Versuch diesen Ort zu finden, diesen Zustand zu erreichen ist fehlgeschlagen. Es gibt kein Ankommen, keine Befreiung von den Wunschmaschinen, der Entfremdung, kein wahres Ich das nur herausgeschält werden muss. Wir werden immer umherirren, wenn wir weiter nach Trona suchen, sagten sie sich. Aber vielleicht ist das Trona: umherziehen, auf Irrlinien unterwegs sein, Stillstand ablehnen, Nomade werden, Albatros-Werden, Wind-Werden, Molekular-Werden…“

//Auf der Suche nach Trona// Part 2

„…da Trona kein Ort mit Häusern und Straßen war, musste es woanders gesucht werden, in der Einsamkeit, durch Kontemplation. Nur so, dachten sie, würde eines Tages ihr Wunsch in Erfüllung gehen die Wunschmaschinen abschalten zu können…

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Was sie fanden war aber nur noch mehr Zivilisation.

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Die Reise musste also weiter gehen…“