Dérive im vergessenen Stadtteil, District 10, SF, Teil I

District 10, der vergessene Stadtteil im Südosten von San Francisco, liegt zwischen den Freeways 280, 101 und Hunters Point.
Schrottplätze, Schlachthöfe, Lagerhäuser sind hier angesiedelt. Gerbereien und Klebstofffabriken haben die Bay als ihre Müllkippe benutzt. Der District 10 ist so runtergewirtschaftet, dass die Schornsteine der Kohle- und Ölverarbeitungsanlagen nicht mehr qualmen, Leute anstatt in Häusern in Autos in den Seitenstraßen wohnen oder dass sogar „Google Street View“ für dieses Gebiet abgeschaltet ist. Die D10 Bewohner_innen leiden an Allergien, Krebs, Asthma.

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District 10, Ground Zero, Versuchsfeld für eine profitorientierte Stadtteilumstrukturierung. Die Pläne, die Bevölkerung in diesem Gebiet zu verdreifachen, die Kriminalitätsrate zu senken, die Umweltverschmutzung einzudämmen, erscheinen sinnvoll. Eine „Volkszählung“, der Census soll die Bedürfnisse der Bewohner_innen artikulieren: „It´s in our hands“ steht auf den Werbetafeln. Der Schmelztiegel der Unzufriedenen, der vergessene Stadtteil soll aus der Isolation befreit werden und an den Rest der Stadt angebunden werden. Erste Ergebnisse sind schon zu sehen. Neue Reihenhäuser und Designerapartments neben alten Schrottkarren und Baulücken.

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Politiker reden vom Comback des District. Etwas anderes ist damit gemeint: Vertreibung der bisherigen Anwohner_innen, Verfall oder Luxussanierung ihrer Häuser. Fraglich ob die überwiegende Anzahl der Erwerbslosen, der Black Community, der „low-income people“ sich die neuen Luxuswohnungen und Häuser hier leisten können. Ein Typ auf der Straße hat gemeint, dass es in seinem Viertel erstmal schlimmer geworden ist und von Stadtteilverbesserung hier nichts zu merken ist. Der District scheint seit Jahren wie eingefroren. Wahrscheinlich wären die Anwohner_innen froh, einfach nur sauberes Wasser aus den Leitungen zu bekommen.

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Bis 2014 soll eine massive „relocation“ der Anwohner stattfinden. Wie überall ist es nicht nur die „subjektlose Systematik“; aus Geld mehr Geld zu machen, die für soziale Ungerechtigkeit verantwortlich ist, sondern die Gewinner von sozialer Ungerechtigkeit haben auch einen Namen und eine Adresse, z.B. www punkt lennar punkt com. Aber bei all dem „scum“ der zu sehen ist, kann man sich auch vorstellen, dass die Anwohner_innen sich nicht einfach so aus ihrem Kiez vertreiben lassen.

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